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Forschung macht Schule

Pilotregion Lungau:

Klicken Sie hier um die Presseberichte zu sehen.

1. Mitglieder der Pilotregion:
Kinderland Pagitsch
Volksschule Tamsweg
Hauptschule Mariapfarr
Polytechnische Schule Tamsweg
Bundesgymnasium Tamsweg


2. Verankerung des Themas in der Region

2.1. Darstellung der regionalen Wirtschaftsstruktur

Der Lungau ist als Raum mit starker Binnenorientierung durch eine intensive Clusterung bezüglich der Branchen gekennzeichnet. Drei Leitbranchen dominieren die Region: Sachgüterzeugung, Bauwesen und Tourismus. Ca. 45 % der unselbstständig Beschäftigten (rund 2500 Personen, Stand 2001) arbeiten in diesen Branchen. Die Sachgütererzeugung beschäftigt sich im Lungau vor allem mit Nahrungs- und Genussmitteln, Be- und Verarbeitung von Holz und Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. Der Anteil der unselbstständig Beschäftigten ist in den meisten Gemeinden rückläufig. Zudem konzentriert sich das Arbeitsplatzangebot auf die Zentralraumgemeinden – hier dominieren Sachgüterproduktion inkl. Holz und Bauwesen. Die Region ist zur Hälfte bewaldet, 70 % des Holzzuwachses werden wirtschaftlich genutzt. Fast jede Branche verfügt über einen Leitbetrieb – Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten bestehen vor allem in der Sägeindustrie (5), im Hoch- und Tiefbau (9) und im öffentlichen Dienst (14). Die höchste Einkommensentwicklung gab es in den letzten 5 Jahren vor allem im Bauwesen – das Einkommen liegt deutlich über dem Medianeinkommen der Region.

Eine Herausforderung stellt der Bevölkerungsrückgang dar – von 1999 bis 2005 wies der Bezirk einen Rückgang der Geburtenrate von 24 % auf (Salzburg Stadt + 3,6 %). Auch bei den Beschäftigtenzahlen gab es von 1995 bis 2006 eine negative Entwicklung – die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging um rund 9 % zurück. Im gesamten Bundesland gab es im selben Zeitraum eine Zunahme von rund 6 %.

Der Lungau wird gerade von den höher Qualifizierten nicht als attraktiver Arbeitsmarkt wahrgenommen. Bei einer Befragung von Absolvent/innen der letzten 20 Maturajahrgänge der Region wurde der Arbeitsmarkt im Lungau als inadäquat beurteilt. 79 % gaben an, dass die Arbeitsmarktsituation im Lungau nicht als gut einzuschätzen ist, zudem glauben 43 % dass die Berufschancen im Lungau gering sind und nahezu eben so viele, dass es im Lungau keine hoch qualifizierten Arbeitsplätze gibt. Daraus ergibt sich vor allem bei Personen mit

höherem Bildungsabschluss eine Abwanderungstendenz. 72 % der befragten Maturant/innen sind bereit, für ihr berufliches Weiterkommen den Lungau zu verlassen. 85 % der Universitätsabsolvent/innen leben nach ihrem Abschluss nicht mehr im Lungau.

2.2. Darstellung der regionalen Bildungslandschaft

Im Lungau gibt es 29 Schulen, davon 18 Volks- und 4 Hauptschulen sowie eine Polytechnische Schule. An höheren Schulen gibt es das Bundesgymnasium Tamsweg (Projektpartner), das Multi Augustinum und die BHAK/BHAS Tamsweg. Im Lungauer Kompetenzzentrum ist neben der Polytechnischen Schule Tamsweg (Projektträgerin) auch eine Außenstelle der Pädagogischen Hochschule für Lehrer/innenfort- und Weiterbildung und österreichweite Ausbildung für Lehrer/innen an Polytechnischen Schulen sowie der Verein „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft angesiedelt. Die Berufsschule Tamsweg bildet in den Berufen Einzel- und Großhandelskaufmann/-frau, Immobilien-kaufmann/-frau und EDV-Kaufmann/-frau sowie in Buchhaltung, Verwaltungsassistenz, Kanzlei (Jurist/in, Notar/in) und Farbenfachhandel aus. Darüber hinaus stellt  der Lungauer Bildungsverbund als Servicestelle der Lungauer Erwachsenenbildungseinrichtungen, des Landes Salzburgs, des Techno-Z und des Regionalverbandes Lungau eine Plattform für Bildungsfragen und -angebote für Erwachsene dar.

2.3. Nutzen des Projekts für die Region

Aus der oben dargestellten Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur ist ersichtlich, dass es dringend qualifizierter Arbeitsplätze und entsprechender Ausbildungen in der Region bedarf, um qualifizierte Jugendliche in der Region zu halten bzw. sie nach Abschluss ihrer Ausbildung in den Lungau zurück zu holen. Durch den im Lungau zur Genüge vorhandenen Rohstoff Holz beschäftigen sich einige Lungauer Betriebe schon des Längeren mit dem Thema „Nachhaltig Bauen und zukunftsorientierte Architektur“. Darüber hinaus siedelt sich 2009 ein neuer Betrieb an, der in der Metallverarbeitung tätig ist und hunderte Mitarbeiter/innen überwiegend für die Fertigung sucht. Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern für die Themenbereiche Technik, nachhaltig Bauen, Energiegewinnung und Architektur zu interessieren und Schüler/innen dadurch zu motivieren eine technische Ausbildung zu machen, bedeutet Standortsicherung und Regionalentwicklung.

2.4. Zielkatalog für die Pilotregion Lungau

Aufbauend auf den regionalen Gegebenheiten ergeben sich folgende mittelfristige Ziele, die in der Pilotregion Lungau angestrebt werden:

  1. Vernetzung von Schüler/innen und deren Eltern mit Betrieben, die im Themenbereich „Nachhaltig Bauen“ forschen bzw. tätig sind.
  2. Schüler/innen sollen das im Rahmen der Schule erarbeitete naturwissenschaftliche Wissen in einem praxisrelevanten Projekt erproben können und damit ihr Verständnis für die praktische Anwendung von „Schulwissen“ vertiefen.
  3. Die Region soll von den Ergebnissen der Projekte profitieren, indem Schüler/innen konkrete Ideen und Vorschläge für nachhaltiges Bauen entwickeln und der Öffentlichkeit präsentieren.
  4. Eltern und Schüler/innen sollen Forschung und Technik als spannendes und regional umsetzbares berufliches Tätigkeitsfeld erleben.
  5. Die Themen nachhaltige Architektur und moderne Formen der Energiegewinnung sollen im öffentlichen Bewusstsein verankert werden.
  6. Alle Schüler/innen  soll einmal mit dem Thema „Forschung und Technik“ in Berührung gekommen sein

3. Projektträgerin „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“

Projektträgerin für die Pilotregion Lungau ist die PTS Tamsweg mit ihrem Förderverein „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“ im Kompetenzzentrum Lungau.

Obmann: DI Thomas Krist
Geschäftsführer: Dr. Peter Jäger

Der Projektträger „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“ ist ein gemeinnütziger Verein

§ 1 NAME UND SITZ
Der Verein führt den Namen „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“.
Er hat seinen Sitz in 5580 Tamsweg, Lasabergweg 4. Politischer Bezirk Tamsweg

§ 2 ZWECK
Der Verein „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“ ist gemeinnützig. Er nimmt auf die parteipolitische und weltanschauliche Einstellung der Mitglieder und Funktionäre keinen Einfluss, bekennt sich zur demokratischen Republik Österreich und zur österreichischen Nation.

§ 3. ZIELE
O Unterstützung der Polytechnischen Schule durch die Ausbildungsbetriebe im Lungau
O Die Chancen der Schüler/innen an der PTS für die Lehre bzw. für den Schuleintritt zu verbessern
O Bedarfsgerechte Berufsorientierung für die jeweiligen Berufssparten.
O Praxisorientierte Unterstützung der Bildungs- und Erziehungsarbeit an der PTS durch Experten aus der Wirtschaft
    im Sinne einer positiven Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
O Überbetriebliche Fort- und Weiterbildungsangebote in den modernen Werkstätten des Lungauer Kompetenzzentrums
    für Lehrlinge bzw. Fachkräfte.
O Ansprechpartner und Forum für Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern und Ausbildner.

§ 4 Der Verein „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“
ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und daher eine gemeinnützige Institution.

Einige erfolgreiche Umsetzung von Projekten über den Verein:
• Best practice „Partnerschaft Polytechnikum und Wirtschaft“ / Projektpreis: € 15.000,-
• Technologieoffensive für den Lungau / Projektsumme € 90.000,-
• Höherqualifikation für Lehrlinge und Fachkräfte im Lg. / Projektsumme € 120.000,-
• Mechatronikcluster Lungau / Projektsumme € 140.000,-